Gedanken zu Marketing, Storytelling und Digital

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WHAT IS NEW

Das Chamäleon und die Kommunikationsbranche

Die Kommunikationsbranche hat ein Imageproblem.
Nicht, weil sie zu wenig kommuniziert. Sondern weil sie zu oft nur sendet, anstatt Bedeutung zu gestalten.

Während Unternehmen noch hektisch „Content“ produzieren wie eine schlecht eingestellte Popcornmaschinen, verändert sich vor unseren Augen längst das „Betriebssystem der Öffentlichkeit“: Vertrauen wird fragmentierter, Aufmerksamkeit flüchtiger, KI demokratisiert Kommunikation und Narrative entscheiden zunehmend mehr darüber, welche Organisationen Orientierung bieten und welche im digitalen Nebel verschwinden.

Genau deshalb war für uns die Entwicklung des narrativen Leitmotivs für die KOMKON 2026 gemeinsam mit unserem Auftraggeber APAComm so spannend. Es entstand kein klassisches Eventbranding, sondern ein strategisches Narrativ. Wir hatten dazu die Versatzstücke, der letzten Jahre zu Puzzleteilen geschnitzt und weiterentwickelt. Das Bild des Chamäleons zu behalten, schien uns passend um den aktuellen Wandel ohne Identitätsverlust zu symbolisieren.

Kommunikation im Zeitalter permanenter Transformation

Unser Job? Wir arbeiten kontinuierlich mit und an Unternehmen und deren Visionen, Positionierungen und Ausrichtungen. Viele befinden sich in paradoxen Situationen:
Einerseits sollen sie stabil wirken. Andererseits maximal flexibel sein. Quasi ständig sind sie in Veränderung.
Die klassische Markenkommunikation kommt dabei an ihre Grenzen. Strategisches Storytelling arbeitet anders: Wir entwickeln narrative Räume, die Wandel erklärbar machen, ohne eine Identität aufzulösen und Identifikation zu verlieren. Narrative erfüllen dabei in Transformationszeiten viele verschiedene zentrale Funktionen. Drei davon seien hervorgehoben:

  • Sie reduzieren Komplexität.
  • Sie schaffen emotionale Anschlussfähigkeit.
  • Sie geben Menschen das Gefühl, Teil einer größeren Entwicklung zu sein.

Menschen folgen selten Fakten allein. Sie folgen Bedeutungen und dem Gefühl des Bedeutsamen.

Genau das beschreibt auch unseren narrative Ansatz hinter dem KOMKON-Konzept: Kommunikation muss „neue Farben annehmen ohne Identität zu verlieren“.

 

Warum Narrative heute DIE eigentliche Wettbewerbswährung sind

Viele Unternehmen investieren Millionen in Digitalisierung und KI. Kaum jemand investiert allerdings ausreichend in die Frage: Welche Geschichte erzählen wir eigentlich über diesen Wandel? Das ist schon alleine deswegen bemerkenswert, weil technologische Transformation ohne Narrativ selten Aufbruch, Stimmung und Motivation erzeugt. Meist erzeugt sie stattdessen Widerstand.

Ein ERP-System begeistert niemanden. Die Zukunftserzählung einer besseren Customer Experience, die daraus resultieren kann, vielleicht schon.

Die Themen der KOMKON zeigen das sehr deutlich: Vertrauen, Desinformation, KI, gesellschaftliche Resilienz, New Work, Europa, Diversität. Das sind keine isolierten Kommunikationsmetathemen mehr.
Das sind „narrative Konfliktzonen“. Unterschiedliche Zukunftsbilder konkurrieren hier:

  • KI als Bedrohung vs. KI als Befähigung
  • Europa als Bürokratiemonster vs. Europa als Stabilitätsraum
  • Diversität als Überforderung vs. Diversität als Innovationsmotor
  • Medien als Manipulationsapparat vs. Medien als wesentliche demokratische Infrastruktur

Wer solche Narrative nicht erkennt, reagiert nur kurzatmig auf öffentliche Stimmungen. Wer hingegen eine Art der narrativen Intelligenz entwickelt, gestaltet aktiv mit. Unser Schlagwort der „Narrative Intelligence“ ist tatsächlich eine klar unterschätzte und wesentliche Führungskompetenz. Sie bedeutet nicht, gute Geschichten zu erzählen. Sie bedeutet, gesellschaftliche Bedeutungsverschiebungen verständlich und strategisch nutzbar zu machen. Genau diese Fähigkeit wird für Unternehmen in den nächsten Jahren entscheidend werden.

Welche Narrative erzeugen Gestaltungswillen?

Denn Märkte verändern sich längst nicht mehr nur durch Technologien. Sie verändern sich durch neue Erzählungen über Zukunft. Eine ESA, die erzählt, dass sie deswegen cooler als die Nasa sind, weil sie auf einem Kometen landeten, öffnet den Kopf für Stolz und Bewunderung. Oder, wenn sie über die Bodenschätze am Mond und deren Abbau in der Zukunft sprechen, entsteht Spannung und Erleichterung, dass es vielleicht doch auch andere Alternativen für Ressourcen gibt. Oder der Präsident des Europäischen Forum Alpbach Othmar Karas, der meinte „dass Europa in einem Wettbewerb steht, den niemand allein gewinnen kann. Wir haben in Europa enormes Wissen, wirtschaftliche Kraft und kulturelle Vielfalt. Was uns oft fehlt, sind die gemeinsame Richtung und der Wille zur Tat.“ Genau Panelist*innen und Speaker wie diese trafen in die Mitte unserer „inhaltlichen Zielscheibe“ bei der Gestaltung des KOMKON.

Kommunikation wird damit zur strategischen Infrastruktur von Transformation. Nicht zur Dekoration derselben. Oder gar zu einem Diskussionspanel, dass einen „Abgesang“ anstimmt.

Was Unternehmen gerade jetzt umsetzen müssen

Die große Gefahr vieler Organisationen liegt derzeit darin, Kommunikation mit Reaktion zu verwechseln. Schnell posten. Schnell reagieren. Schnell kommentieren. Aber Geschwindigkeit ersetzt absolut nicht strategische Bedeutung.

Die Zukunft gehört daher nicht den lautesten Marken. Sondern jenen mit der größten narrativen Klarheit.

Unsere fünf Empfehlungen für Kommunikationsverantwortliche

1. Analysieren Sie Narrative statt nur Zielgruppen.

Fragen Sie nicht nur, wer Ihre Stakeholder sind, sondern welche Zukunftsbilder sie bewegen.

2. Machen Sie Transformation erzählbar.

Veränderungen brauchen Bedeutung sonst wirken sie wie Management-Folklore. Suchen Sie nach dem Kern dessen, was Sie, das Unternehmen, den Konzern im Kern antreibt.

3. Entwickeln Sie narrative Konsistenz statt starre Botschaften.

Haltung darf flexibel kommuniziert werden, ohne dabei beliebig zu wirken.

4. Nutzen Sie KI für Effizienz, aber Menschen für Bedeutung.

KI produziert Inhalte. Narrative Intelligenz erzeugt jedoch die so wesentliche Relevanz.

5. Kommunikation ist ihr Führungsinstrument.

Wer Narrative gestaltet, gestaltet Wahrnehmung, Vision, Glauben an etwas oder jemanden. Wer diese Wahrnehmung gestaltet, gestaltet Zukunft.

 

FAQs zum Artikel „Das Chamäleon und die Kommunikationsbranche“

Was ist Narrative Intelligence?

Narrative Intelligence beschreibt die Fähigkeit, (gesellschaftliche) Erzählungen frühzeitig zu erkennen, zu analysieren und strategisch für ihre Organisation zu nutzen. Unternehmen verstehen dadurch besser, welche Zukunftsbilder, Ängste und Erwartungen ihre Zielgruppen bewegen.

Warum wird strategisches Storytelling für Unternehmen immer wichtiger?

Weil Menschen nicht nur Produkte kaufen, sondern Bedeutungen. Gerade in Zeiten von KI, Digitalisierung und Transformation helfen starke Narrative dabei, Vertrauen, Orientierung und emotionale Bindung aufzubauen.

Was unterscheidet strategisches Storytelling von klassischem Marketing?

Klassisches Marketing verkauft Leistungen und schafft Nachfrage. Strategisches Storytelling verbindet Unternehmensstrategie mit gesellschaftlich relevanten Zukunftserzählungen und macht Wandel verständlich und glaubwürdig. Zudem kann strategisches Storytelling Märkte aufbauen helfen, Blickwinkel verändern.

Welche Rolle spielt KI im modernen Storytelling?

KI kann Inhalte schneller produzieren, ersetzt aber nicht die strategische Bedeutung. Narrative Relevanz, Haltung und kulturelles Verständnis bleiben menschliche Kernkompetenzen.

Warum sind Narrative für Transformationsprozesse entscheidend?

Transformation erzeugt massive Unsicherheiten. Narrative schaffen Orientierung und helfen Mitarbeitenden, Kund:innen und Stakeholdern, Veränderungen emotional aber auch kognitiv besser einzuordnen.

Wie können Unternehmen Narrative gezielt einsetzen?

Ja klar, das tun wir tagtäglich. Durch klare Zukunftsbilder, konsistente Kommunikationsstrategien und eine bewusste Verbindung von Unternehmenswerten, gesellschaftlichen Entwicklungen und Zielgruppenbedürfnissen.

Was bedeutet z.B. das Chamäleon-Narrativ der KOMKON 2026?

Das Chamäleon steht für strategische Anpassungsfähigkeit ohne Identitätsverlust. Kommunikation muss flexibel auf Veränderungen reagieren können, ohne ihre Haltung und Glaubwürdigkeit zu verlieren.

Welche Vorteile bringt Narrative Intelligence im Marketing?

  • Höhere Markenrelevanz
  • Mehr Vertrauen
  • Deutlich bessere Differenzierung
  • Stärkere Arbeitgebermarke
  • Höhere Anschlussfähigkeit bei gesellschaftlichen Themen

Wie unterstützt Storytelling z.B. Employer Branding?

Gute Arbeitgebermarken erzählen nicht nur von Benefits, sondern von Sinn, Zugehörigkeit und gemeinsamen Zukunftsperspektiven. Das wird besonders für jüngere Generationen entscheidend…

KI im Marketing: Schluss mit Buzzwords – jetzt wird’s konkret!

Zwischen Hype, Hoffnung und Halbwissen bewegt sich auch das Marketing. Viele haben schon das ein oder andere KI-Tool ausprobiert. Ein schneller Text mit ChatGPT hier, ein Bild aus Midjourney da – aber so richtig strategisch eingebettet? Fehlanzeige.

Genau hier setzt ein ganz neuer Lehrgang an, der derzeit in der österreichischen Marketingszene für Aufsehen sorgt:
„KI im Marketing“ an der Werbe Akademie Wienkuratiert von Alexander Oswald und kuratiert in Kooperation mit der Österreichischen Marketing-Gesellschaft.

Warum dieser Lehrgang anders ist – und gebraucht wird

Viele KI-Seminare versprechen viel – und liefern dann… Grundlagen. Theorie. Und ein paar generierte Beispielbilder. Wer aber wirklich verstehen und anwenden will, wie KI das Marketing verändert, braucht mehr: echte Anwendungsfälle, konkrete Workflows und vor allem strukturierte Guidance.

Alexander Oswald, Lehrgangsleiter und Kurator des Programms, bringt genau das mit. Mit mehr als 30 Jahren Marketing-Erfahrung, davon 15 Jahre auf internationalem Parkett bei Philips und Nokia, weiß er nicht nur, wie man gute Werbung macht – sondern auch, wie man Teams durch Transformationen führt.

„Echt machen“ statt „nur drüber reden“

Das Motto des Lehrgangs: Hands-on statt Hype.
In mehreren Modulen lernen Teilnehmer:innen konkret und anwendungsorientiert, wie sie KI-Tools in der Praxis für Marketingzwecke einsetzen – sei es für Content Creation, Analyse, Targeting oder Prozessoptimierung.

Die Vortragenden? Ausgewiesene Expert:innen, die sich in der Welt zwischen KI, Marketingstrategie und Agenturalltag bestens auskennen. Keine Buzzword-Bingo-Veranstaltung, sondern ein ehrlicher, fundierter und praxisnaher Deep Dive.

Was Sie konkret lernen:

  • KI-Texttools gezielt einsetzen – ohne dass alles gleich gleich klingt
  • Bilder und Videos mit KI gestalten – im Corporate Look
  • Daten analysieren & segmentieren – automatisiert, aber menschlich klug interpretiert
  • KI-Strategien entwickeln, die zu Ihrem Team, Ihren Zielen und Ihrem Markt passen
  • Ethische Fragen und rechtliche Stolperfallen erkennen – und vermeiden

Das Ganze immer mit dem Fokus auf die Praxis, nicht auf graue Theorie. Oder wie Alexander Oswald selbst sagt:
„KI ist gekommen, um zu bleiben – aber wie wir sie einsetzen, entscheidet \u00fcber Erfolg oder Verzettelung.“

Warum das gerade jetzt wichtig ist

Laut Meltwater setzen bereits 63 % der Marketingverantwortlichen KI aktiv ein – und doch fühlen sich viele unsicher, wie sie diese Technologien strategisch und teamweit etablieren können. Es fehlt an Know-how, Zeit und manchmal einfach am „Wie anfangen?“.

Genau da kommt dieser Lehrgang ins Spiel. Er bringt Struktur in den KI-Dschungel – und nimmt Ihre Hand, wenn Sie durchstarten wollen.

Wer sollte teilnehmen?

  • Marketingverantwortliche in KMU, Agenturen oder Corporates
  • Marketer:innen, die mehr wollen als „nur ausprobieren“
  • Teams, die KI gezielt nutzen – aber nicht planlos einführen wollen
  • Entscheider:innen, die mitreden – und mitgestalten – wollen

Jetzt anmelden und durchstarten!

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Der nächste Durchgang startet bald – die Plätze sind begrenzt!

Fazit: KI kann mehr als Text ausspucken. Sie kann Marketing smarter machen.

Aber nur, wenn Menschen dahinter stehen, die wissen, wie man sie richtig einsetzt. Der Lehrgang „KI im Marketing“ ist eine echte Einladung, dieses Wissen mit Praxis zu verbinden. Nicht irgendwann – sondern jetzt.

 

Die neuen „P’s“ im Marketing

In den letzten Jahren waren die Umbrüche im Marketing so radikal wie nie zuvor. Das schreiben wir laufend. Aber warum ist das so? Unser aller Mediennutzungsverhalten hat sich durch technologische Möglichkeiten und vor allem durch die permanente Online-Verfügbarkeit stark verändert. Ein derartig großer Veränderungsschritt war zuletzt im 15. Jahrhundert die Erfindung des Buchdrucks. Da darf man schon auch mal die klassischen 5 Ps im Marketing mal hinterfragen…

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